Kieler Professorinnen und Professoren von 1919 bis 1965

Otto Fritz Meyerhof

Personendaten
Name Meyerhof
Vorname Otto Fritz
Geburt in Hannover, Deutsches Reich (Provinz Hannover)
Tod in Philadelphia, USA (Pennsylvania)
Akademischer Grad Prof. Dr. med. Dr. jur. h.c.
Konfession jüdisch
Familienstand verheiratet
Anzahl Kinder 3
Link http://gelehrtenverzeichnis.de/2ee7fef5-488d-4cc8-1c3d-4d4c6029b91f
Verknüpfungen http://d-nb.info/gnd/118733559 , http://gelehrtenverzeichnis.de/2ee7fef5-488d-4cc8-1c3d-4d4c6029b91f
Quelle: Universität Kiel
Verwandtschaften
Elternteil Bettina Meyerhof ( - )
Elternteil Felix Meyerhof ( - )
Ehepartner Hedwig Meyerhof ( - )
Kind Bettina Emerson ( - )
Kind George Geoffrey Meyerhof ( - )
Kind Walter Ernst Meyerhof ( - )
Studium
1903 - 1906Medizin, Philosophie in Straßburg
1903 - 1906Medizin, Philosophie in Freiburg i. Br.
1906 - 1907Philosophie, Medizin in Berlin
1907 - 1909Promotion: Medizin in Heidelberg
Qualifikationsschriften
1909 Dissertation: Beiträge zur psychologischen Theorie der Geistesstörung. (Medizin) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
1913 Habilitation: Zur Energetik der Zellvorgänge. (Physiologie) Medizinische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Akademische Karriere
1910 - 1911wiss. Assistent für Zoologie, Biochemie: Zoologische Station Neapel in Neapel
1910 - 1912wiss. Assistent für Biochemie, Zellphysiologie: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Heidelberg
1911 - 1911wiss. Assistent für Physiologie, Biochemie: in Zürich
1912 - 1918wiss. Assistent für Biochemie, Physiologie: Physiologisches Institut, Medizinische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kiel
1913 - 1918Privatdozent für Biochemie, Physiologie: Physiologisches Institut, Medizinische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kiel
1918 - 1921apl. Professor für Physiologie, Biochemie: Physiologisches Institut, Medizinische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kiel
1921 - 1924ao. Professor für Physiologie, Physiologische Chemie: Physiologisches Institut, Medizinische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kiel
1929 - 1935Honorarprofessor für Physiologie: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Heidelberg
1940 - 1951Professor für Physiologische Chemie: University of Pennsylvania in Philadelphia
1949 - 1951Honorarprofessor für Physiologie: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Heidelberg
Weitere Informationen
- 1903AbiturGymnasium in Berlin
1924 - 1929Leiter der Forschungsstelle für Physiologie am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin
1929 - 1938Direktor der Physiologischen Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg
1938 - 1940Direktor des Institut de Biologie physico-chimique in Paris
Ehrungen
Ehrendoktor University of Edinburgh
1922 Nobelpreis Nobelstiftung
Bilder
Otto Fritz Meyerhof
Quelle: Universität Kiel
Biographische Notizen
Für seine "Entdeckung des Zusammenhangs zwischen Sauerstoffverbrauch und Milchsäurestoffwechsel im Muskel" erhielt er 1922, zusammen mit dem englischen Physiologen A.V. Hill, den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Das Angebot einer Professur an der Universität von Yale, das er 1923 nach dem Nobelpreis erhielt, schlug er 1924 zugunsten der Berufung an das Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin aus. Bereits zu Beginn des Jahres 1922 versuchte Meyerhofs akademischer Lehrer R. Höber seinen Schüler auf eine ordentliche Professur für Physiologische Chemie in Kiel berufen zu lassen. Die Vokation scheiterte jedoch am Votum der Fakultät, stattdessen wurde August Rütter berufen. Ob für die Ablehnung Meyerhofs tatsächlich Vorurteile gegenüber dessen jüdischen Glaubens ausschlaggebend waren, oder andere Faktoren eine Rolle spielten, darüber schweigen sich die Akten aus. Meyerhof musste 1938 aus politischen Gründen von seinem Heidelberger Lehrstuhl zurücktreten und flüchtete mit seiner Familie über die Schweiz nach Frankreich. Dort war er bis zum Einmarsch der deutschen Truppen an der Pariser Universität tätig, flüchtete 1940 jedoch über Spanien und Portugal in die USA, wo ihm die Universität von Pennsylvania einen Lehrstuhl für Physiologische Chemie anbot. Im Rahmen seiner Möglichkeiten bemühte sich Meyerhof in den folgenden Jahren darum, möglichst vielen seiner ethnisch oder politisch verfolgten Kollegen eine Stelle in den USA zu verschaffen - sogar sein ehemaliger Chef Rudolf Höber arbeitete bei ihm in Philadelphia. 1949 erhielt O. Meyerhof die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Literatur
NDB, Bd. 17, 1994, S. 393–396.
Christiana Albertina 20 (1985), S. 35-39.
Meyerhof, Gottfried: Erinnerungen an das Leben von Otto Meyerhof in Deutschland, in: Naturwissenschaftliche Rundschau 44/19 (1991), S. 384–386.
Nachmansohn, David/Ochoa, Severo/Lipmann, Fritz: Otto Meyerhof, in: Biographical Memoirs of the National Academy of Sciences of the USA 34 (1960), S. 152−182.
Weber, Hans Hermann: Otto Meyerhof. Die Umsetzung der Energie der Nahrungsstoffe in die Leistungen der Lebewesen, in: Forscher und Wissenschaftler im heutigen Europa Teil 2: Mediziner, Biologen, Anthropologen, hrsg. von Hans Schwerte und Wilhelm Spengler, Oldenburg 1955, S. 246–255.