Kieler Professorinnen und Professoren von 1919 bis 1965

Walther Max Adrian Schücking

Personendaten
Name Schücking
Vorname Walther Max Adrian
Geburt in Münster, Deutsches Reich (Provinz Westfalen)
Tod in Den Haag, Niederlande
Akademischer Grad Prof. Dr. jur.
Konfession roemisch katholisch
Familienstand verheiratet
Anzahl Kinder 6
Link http://gelehrtenverzeichnis.de/53849c6d-5474-eef7-d9f2-4d4c60c3a221
Verknüpfungen http://d-nb.info/gnd/118762117 , http://gelehrtenverzeichnis.de/53849c6d-5474-eef7-d9f2-4d4c60c3a221
Verwandtschaften
Elternteil Carl Lothar Levin Schücking ( - )
Elternteil Luise Wilhelmine Amalie Schücking
Ehepartner Adelheid Irmgard Auguste Charlotte Marte Schücking ( - )
Geschwisterteil Levin Ludwig Schücking ( - )
Geschwisterteil Lothar Engelbert Schücking ( - )
Kind Christoph-Bernhard Schücking ( - )
Studium
1894 - 1895Staatswissenschaften, Rechtswissenschaften in München
1895 - 1896Rechtswissenschaften, Staatswissenschaften in Berlin
1895 - 1896Staatswissenschaften, Rechtswissenschaften in Bonn
1896 - 1897Promotion: Rechtswissenschaften, Staatswissenschaften in Göttingen
Qualifikationsschriften
1897 Dissertation: Das Küstenmeer im internationalen Recht. (Staatswissenschaften) Georg-August-Universität zu Göttingen
1899 Habilitation: Der Regierungsantritt. Eine rechtsgeschichtliche und staatsrechtliche Untersuchung. (Rechtsgeschichte) Georg-August-Universität zu Göttingen
Akademische Karriere
1899 - 1900Privatdozent für Kirchenrecht, Verwaltungsrecht, Staatsrecht, Völkerrecht: Georg-August-Universität zu Göttingen in Göttingen
1900 - 1902ao. Professor für Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Staatsrecht: Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau in Breslau
1902 - 1903ao. Professor für Verwaltungsrecht, Staatsrecht, Völkerrecht: Philipps-Universität Marburg in Marburg
1903 - 1921o. Professor für Völkerrecht, Verwaltungsrecht, Staatsrecht: Philipps-Universität Marburg in Marburg
1913 - 1914Dekan in Marburg
1921 - 1926o. Professor für Staatsrecht, Völkerrecht, Verwaltungsrecht: in Berlin
1926 - 1933DirektorInternationales Recht in Kiel
1926 - 1933o. Professor für Internationales Privatrecht, Völkerrecht: Internationales Recht in Kiel
Weitere Informationen
- 1894AbiturGymnasium in Münster
1897 - 1899juristischer Referendardienst in Dülmen
1918 - 1933MitgliedDeutsche Demokratische Partei
1919 - 1928Mitglied des Reichstages in Berlin
1930 - 1935Richter am Weltgerichtshof in Den Haag
Ehrungen
Ehrenmitgliedschaft Conseil der Interparlamentarischen Union
1925 Bronzene Grotius Medaille Volkenbond en Vrede
Bilder
Walther Max Adrian Schücking
Quelle:
Biographische Notizen
Mit seiner Berufung zum ao. Professor in Breslau war Schücking seinerzeit der jüngste Professor in Preußen. Schücking, der der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) angehörte und schon von der Machtübernahme nationalsozialistischen Anfeindungen ausgesetzt war, wurde am 25. April 1933 beurlaubt und starb 1935 in Den Haag. Das 1914 gegründete "Institut für Internationales Recht" wurde 1995 zur Erinnerung an seinen berühmten früheren Direktor und Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof, der sich stets dem Gedanken der internationalen Friedensordnung und Völkerverständigung verbunden gefühlt hatte, in "Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht" umbenannt.
Quellen
LASH, Abt. 47, Nr. 5441
Literatur
Volbehr/Weyl, S. 42.
Schlichtmann, Klaus: Walther Schücking (1875–1935), Völkerrechtler, Pazifist und Parlamentarier, in: Historische Mitteilungen der Ranke-Gesellschaft (HMRG) 15 (2002), S. 129–147.
Bodendiek, Frank: Walther Schückings Konzeption der internationalen Ordnung. Dogmatische Strukturen und ideengeschichtliche Bedeutung, in: Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht an der Universität Kiel, Bd. 133, Berlin 2001.
Acker, Detlev: Walther Schücking (1875–1935), in: Veröffentlichungen der historischen Kommission Westfalens XVIII, Westfälische Biographien VI, Münster 1970.
Kohl, Wolfgang: Walther Schücking (1875−1935). Staats- und Völkerrechtler − Demokrat und Pazifist, in: Blanke, Thomas (Hg.): Kritische Justiz. Streitbare Juristen. Eine andere Tradition, Baden-Baden 1988, S. 230−241.
Uhlig, Ralph (Hg.): Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Frankfurt am Main u. a. 1991.
NDB, Bd. 23, 2007, S. 629-633